Hilpoltstein (HK) Zwei neue Champions und einen neuen Burgbergkönig hat der 15. Hilpoltsteiner Burgfestlauf hervorgebracht: Felix Mayerhöfer (Bildmitte) von der DJK Daßwang und Romina Siebentritt vom Rother Team Arndt gewannen gestern den Hauptlauf über 7,8 Kilometer. Schnellster beim Sprint hinauf zur Burg war erstmals Dominik Maurer aus Aberzhausen

Wer hätte gedacht, dass der TSV 1860 München einmal die Ursache dafür ist, dass es beim Burgfestlauf einen Überraschungssieger gibt. Das klingt recht seltsam und wirklich weit hergeholt, ist aber gestern genau so geschehen: Felix Mayerhöfer aus Parsberg, der im Hilpoltsteiner Hauptlauf über 7,6 Kilometer die versammelte Elite im Läufer-Cup des Leichtathletik-Kreises Mittelfranken-Süd deklassierte, wollte eigentlich schon am Samstagabend in seiner Nachbargemeinde Velburg den dortigen Burgberglauf bestreiten. Aber nach der 0:1-Heimniederlage der Löwen am Nachmittag gegen den SC Freiburg war Mayerhöfer jegliche Lust auf einen Wettkampf am Abend vergangen.
Weil sich der ambitionierte Hobbyathlet von der DJK Daßwang wegen der erfolglosen Sechziger aber nicht gleich sein komplettes Sportwochenende zerstören lassen wollte, setzte sich Mayerhöfer am Samstagabend noch an seinen Computer und entdeckte im Internet den Hilpoltsteiner Burgfestlauf. Also kam der 34-Jährige am Sonntagmorgen aus dem südlichen Landkreis Neumarkt in den südlichen Landkreis Roth gefahren, mit dem er ohnehin viele schöne Erinnerungen verbindet: In den vergangenen beiden Jahren bewältigte Felix Mayerhöfer den Challenge-Triathlon jeweils in knapp über zehn Stunden.
Und als er sich dann in Hilpoltstein in der Reihe der Nachmelder für den Burgfestlaufs anstellte, ahnten einige der vermeintlichen Siegfavoriten bereits, wie es ausgehen würde: „Das war mir am Start schon klar, dass der gewinnt“, sagte etwa Thomas Link (Arriba Göppersdorf), der spätere Zweitplatzierte und neue Gesamtführende im heimischen Läufer-Cup, nach dem Rennen, in dem die Konkurrenz nach der gewohnt hektischen Anfangsphase nicht einmal mehr die Fersen von Felix Mayerhöfer zu sehen bekam.
Denn der schnelle Gast aus der Oberpfalz hatte sich am Samstagabend gleich noch gründlich im Internet über den Burgfestlauf informiert und dabei gelesen, dass es die Besonderheit des Burgbergsprints gibt, bei dem sich die Einheimischen auf den ersten 1000 Metern quasi die Seele aus dem Leib rennen. „Herrschaftszeiten, was ist denn hier los“, dachte sich Mayerhöfer trotzdem kurz, als gleich nach dem Start in der Siegertstraße die Post abging. „Aber ich hab’ ja gewusst, dass die da vorne bald wieder langsamer werden.“ Oben auf der Burg angekommen, zog der Oberpfälzer dann das Tempo an und lief sich auf der ersten von zwei Runden schon mehrere hundert Meter Vorsprung auf die Gruppe mit den versammelten Läufer-Cup-Führenden heraus. Am Ende siegte Mayerhöfer in 25:39 Minuten klar vor Thomas Link (25:55), der damit aber den drittplatzierten Andreas Doppelhammer (26:01) vom Spitzenplatz in der Läufer-Cup-Wertung verdrängte.

Quelle: Donaukurier Online